Unsere Rede auf der Opernballdemo 2017

Liebe Freundinnen und Freunde,
Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter!

Die Situation der Studierenden in Österreich ist alles andere als rosig. Wir leben im Imperialismus, dem höchsten und letzten Stadium des Kapitalismus, das von einer tiefgehenden Fäulnis geprägt ist. Diese Fäulnis ist auch an den Universitäten bemerkbar.

Die Universitäten galten einmal als Aushängeschild der bürgerlichen Aufklärung und des Fortschritts der Gesellschaft. Allerdings sollte man darin keine Illusionen haben, denn die Universitäten wurden als Bildungsstätte des männlichen Bürgertums, für das männliche Bürgertum betrachtet. Für Frauen und Kinder aus der ArbeiterInnenklasse und anderen ärmeren Volksschichten war und ist der Zutritt zu diesen Institutionen mit vielen Hürden verbunden.
Doch da kein Zustand auf ewig konserviert werden kann und die Universitäten Teil der sich wandelnden Gesellschaft sind, unterliegen auch sie einem Wandel.

Die heutigen Universitäten sind durch 3 Entwicklungen gekennzeichnet. Die erste ist, dass die Zahl der Studierenden zunimmt und immer mehr Menschen an die Universität kommen, die aber – und hier kommen wir zum zweiten Kennzeichen – nicht mehr zu einer gesellschaftlichen Elite gehören, sondern die Mehrheit mit einem niedrigen Abschluss, ausgebildet zur zeitgemäßen Arbeitskraft, diese wieder verlassen muss. Sei es aus ökonomischen oder anderen Gründen. Das dritte Kennzeichen ist die Autonomie der Universitäten und die damit einhergehende Umstrukturierung der Universitäten zu Forschungseinrichtungen der Monopole. Formal sind die Universitäten zwar weiterhin staatlich, doch der Staat zieht sich unter dem Schlagwort Autonomie aus deren Finanzierung zurück, sodass Forschung und Lehre zunehmend von der Einwerbung von Drittmitteln abhängt. Gleichzeitig wurde die Leitung der Universitäten nach dem Vorbild der Leitung von Konzernen umstrukturiert und damit Fit für den Wettbewerb um die Einwerbung von Drittmitteln im internationalen Raum gemacht.

Heute erfüllen die Universitäten also eine Doppelrolle. Einerseits sind sie Hort der bürgerlichen Bildungselite, die es sich leisten kann höhere Abschlüsse, wie Master, Doktorat oder sogar Habilitationen zu machen und länger zu lernen und studieren.

Andererseits sind sie Ausbildungsort für eine große Masse an zeitgemäßer Arbeitskraft, die bereits während dem Studium mit prekären Verhältnissen konfrontiert sind und auf Grund ihrer prekären Lebensverhältnisse nicht in der Lage sind und nicht die Möglichkeiten haben höhere Abschlüsse zu erwerben. Sie werden als billige Arbeitskräfte auf den Arbeitsmarkt geworfen. Beiden wird allerdings die reaktionäre Erzählung vom Kapitalismus als die beste und alternativlose Gesellschaftsformation eingetrichtert. Sie werden beide auf ihre jeweilig zukünftige Rolle als unterwürfige Arbeitskraft bzw. als zukünftiger Chef im Zeichen der Konkurrenz und im Interesse der Diktatur der Monopole vorbereitet.
Als Kommunistinnen und Kommunisten ist uns klar, dass eine Wende in der Unipolitik nur im Rahmen einer gesellschaftlichen Wende möglich ist. Die Verhältnisse verschlechtern sich nicht nur für die Studentinnen und Studenten, sondern auch für die breitesten ArbeiterInnen- und Volksmassen.

Als Kommunistinnen und Kommunisten wollen wir ein breites Bündnis gegen die Diktatur der Monopole, gegen den Kapitalismus-Imperialismus schmieden!
Der Diktatur der Monopole muss die ArbeiterInnen- und Volksmacht entgegengestellt werden!
Der Konkurrenz muss die Kooperation als Grundlage der Entwicklung der menschlichen Gesellschaften entgegengestellt werden!
Dieses Bewusstsein muss in der Intelligenz und in der ArbeiterInnenschaft sowie in allen anderen vom Kapitalismus-Imperialismus ausgebeuteten und unterdrückten Volksschichten verankert werden, nur so kann es uns gelingen das Kapital zu schlagen. Nur so kann es uns gelingen Schluss zu machen mit den Angriffen der herrschenden Klasse gegen die breitesten Teile des Volkes.

Für die Bildung zum gesellschaftlichen Nutzen statt Profite!