Soziale Probleme kennen keine Ferien


Übergabe von über 5.000 Unterschriften der KSV-Onlinepetition an Claudia Klimt-Weithaler, Vorsitzende des Petitionsausschusses im Landtag Steiermark

 

Die alltäglichen Probleme der Studierenden spielen in der Arbeit des KSV-KJÖ eine große Rolle. In den vergangenen zwei Jahren haben unsere Aktivisten und Aktivistinnen zahlreiche Aktionen gesetzt – am Campus, in der Hochschulvertretung und in Zusammenarbeit mit der KPÖ-Steiermark. Ein Rechenschaftsbericht in elf Punkten.

 

Wohnbeihilfe. Nach Bekanntwerden der neuen Wohnunterstützung organisierte der KSV eine Online-Petition gegen die Verschlechterungen für Studierende, bei der fast 5.000 Menschen unterschrieben. Gemeinsam mit der KPÖ-Steiermark sammelte man für eine weitere Petition über 10.000 Unterschriften, viele davon am Campus. Auch eine große Demo wurde organisiert. Aktuell hat die KPÖ-Steiermark mit den anderen Oppositionsparteien im steiermärkischen Landtag eine Verfassungsbeschwerde gegen das Wohnunterstützungsgesetz eingebracht, die vor allem die Ungleichbehandlung der Studierenden durch die automatische Einberechnung des Elterneinkommens kritisiert.

Mietrechtsberatung. Seit Jahren organisiert der KSV mindestens drei Mal pro Semester eine Mietrechtsberatung mit Stadträtin Elke Kahr (KPÖ-Graz) und einem erfahrenen Juristen direkt am Campus. Dabei können sich StudentInnen unbürokratisch und kostenlos vor Ort in sämtlichen Fragen rund ums Thema Wohnen beraten lassen. Zig Studierenden konnte so weitergeholfen werden.

Gratis Mensa-Essen für SozialtopfbezieherInnen. Als der KSV vergangene Periode das Sozialreferat führte, wurde ein kostenloses Mensaessen für Studierende eingeführt, die finanzielle Unterstützung aus dem Sozialtopf der ÖH beziehen. Die aktuelle ÖH-Exekutive hat diese Unterstützung wieder abgeschafft. Auf Druck des KSV musste die ÖH 2016 zurückrudern. Zudem wurde jenen Studierenden, die zu Unrecht zahlen mussten, ihr Geld rückerstattet.

Billigere Kinderbetreuung. Auf Antrag des KSV kostet ein 10-Stunden-Block für die Kinderbetreuung des Vereins M.A.M.A. für Studierende der Uni Graz mittlerweile nur noch 30 Euro. Die ÖH erhöhte ihren Zuschuss nach der KSV-Initiative um zehn Euro.

Erhöhung der AK-Studienbeihilfe. Die Studienbeihilfe der Arbeiterkammer Steiermark steht jenen Studierenden zu, die oder deren Eltern Mitglieder der steirischen AK sind und die die weiteren Kriterien erfüllen. Gemeinsam mit dem GLB (Gewerkschaftlicher Linksblock), der in der Vollversammlung der AK vertreten ist, konnte eine Erhöhung der Beihilfe auf 250 Euro erwirkt werden.

Maklerprovision abschaffen. Gemeinsam haben KSV und KPÖ-Steiermark Unterschriften gegen die Maklerprovision gesammelt. Diese soll vom Vermieter bezahlt werden. Mittlerweile berät der Nationalrat über unsere Initiative.

Topticket für Studierende. Eine Initiative, für die der KSV mitverantwortlich war, konnte vor einiger Zeit rund 20.000 Unterschriften für die Einführung eines Toptickets für Studierende sammeln. Die Forderung wurde jedoch trotz großen Bedarfs von den zuständigen Landesräten links liegen gelassen. Während die aktuelle ÖH-Exekutive ihren Einsatz für das Topticket eingestellt hat, ist pochen der KSV und die KPÖ-Steiermark weiter darauf, das Thema im Landtag zu behandeln.

Kinderspielplatz am Campus. Der KSV unterstützt eine Initiative von Studierenden mit Kind, die sich bei der ÖH für die Errichtung eines Kinderspielplatzes am Campus einsetzten. Gemeinsam konnten rund 500 Unterschriften gesammelt werden. Die ÖH hat bereits begonnen, erste Schritte für die Errichtung zu setzen. Obwohl sieben Prozent der Studierenden in Österreich Eltern sind, gibt es am Campus keine unentgeltliche Freizeitmöglichkeit für Kinder.

Rot-Weiß-Rot-Card. Drittstaatsangehörigen, die ihr Studium an einer österreichischen Universität abgeschlossen haben, machen unrealistisch hohe Einkommensgrenzen und kurze Fristen zur Arbeitssuche den Verbleib in Österreich fast unmöglich. Auf Anraten des KSV brachte die KPÖ-Steiermark einen Antrag in den steirischen Landtag ein, der sich für eine Reform der Kriterien ausspricht.

Ausweitung der Nightline. Die letzte Nightline fährt in Graz schon um halb drei Uhr morgens – und das nur an Wochenenden und vor Feiertagen. Viele Studierende müssen deshalb lange Heimwege oder teure Taxifahrten in Kauf nehmen. Gemeinsam mit der KJÖ setzen wir uns für eine Ausweitung der Nightline in Graz ein.

Nein zu unbezahlten Praktika. Viele Studierende müssen Praktika leisten, oft sogar unbezahlt. Der KSV hat per Antrag durchgesetzt, dass die ÖH keine Projekte mehr fördern darf, die PraktikantInnen unbezahlt anstellen.

Alternativen aufzeigen. Neben der Interessensvertretung organisiert der KSV Diskussionen, Filmabende oder Lesekreise und gibt die Uni-Zeitung „Rotcrowd“ heraus. Damit wollen wir Räume für alternatives Denken schaffen und zeigen, dass es eine gesellschaftliche Alternative zum Kapitalismus gibt. Unsere Aktivitäten reichen weit über den Campus hinaus, wir veranstalten etwa den Grazer Protestsongcontest oder das Fußballturnier „Kicken gegen rechts“.